Theresa Frölich

2007

Mit ihren Installationen, die sie z.T. durch die Vorführung von inhaltlich verwandten Spiel- und Dokumentarfilmen oder Videoarbeiten anderer Künstler sowie durch Originaltöne ergänzt, fragt Theresa Frölich nach den Bedingungen der Konstruktion persönlicher Identität und Freiheit und nach dem Zustandekommen individueller Weltbilder im Medienzeitalter. Raumgreifende Seilverspannungen verbinden überlebensgroße Zeich-nungen aus Nägeln und Seilen, deren Motive der christlichen Tradition ebenso wie Computerspielen und der Hirnforschung entstammen, oder ausgesuchte mannshohe Reproduktionen von Screenshots aus dem Online-Spiel „Second Life“ miteinander. Auch den Betrachter beziehen sie physisch in dieses Netzwerk ein. Die Künstlerin stellt von der Alltags-umgebung separierte Erlebnisräume her, die wie virtuelle Welten wirken. Doch statt die Eintretenden „einzuwickeln“, komplett zu absorbieren und in eine ästhetische Parallelwelt zu entführen, verführen sie sie, über ihr eigenes biologisches und kulturelles Vernetztsein nachzudenken. Theresa Frölich fordert zur kritischen Reflexion sowohl der computergenerierten künstlichen Realitäten als auch der sinnstiftenden Systeme der Tradition, d.h. aber letztlich: zur Freiheit im universalen Netzwerk auf.

Susanne Schulte, Laudatio GWK-Förderpreis Kunst 2007

Künstlerin

1977* Göttingen
1997–2000 Theologie und Germanistik in Bonn
2001–2006 Kunstakademie Münster bei Guillaume Bijl und an der Kunstakademie München bei Klaus vom Bruch

Homepage der Künstlerin

Jury

Dr. Alexander Braun, GWK-Förderpreis 2000
Jan Hoet, Marta Herford
Dr. Christoph Kivelitz, Dortmunder Kunstverein
Ursula Kortmann, GWK, Nordkirchen
Dr. Norbert Nobis, Sprengel Museum Hannover
Dr. Uwe Rüth, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl