Katja Kottmann

2013

Katja Kottmann ist Konzeptkünstlerin. Ihre Konzepte und die Installationen, in denen sie sie, formal auf ein Minimum reduziert, sinnen- und sinnfällig umsetzt, sind kritisch. Alltägliche Handlungen, Einschätzungen und Einstellungen, persönliche Ge-wohnheiten, soziale Übereinkünfte, Konventionen, Kulturtechniken und -strategien, sie alle unhinterfragte Selbstverständlichkeiten für uns, macht sie als solche bewusst und reflektierbar. Katja Kottmanns Themenwahl ist nicht beliebig, sondern sie rührt an Grundfeste unserer Kultur. Ihr Themenrepertoire erwächst ihrem Bewusstsein für die gegenwärtige gesellschaftliche Lage und den Gegebenheiten des Ausstellungs-ortes sowie ihrem Nachdenken über die Bedingungen unserer Existenz. So geht es etwa um den Akt des Kaufs eines Stückes Land und um Systeme der Überwachung, um Strategien und Automatismen der (Re-)Konstruktion von Geschichte, um unsern Begriff von Gegenwart angesichts des Entfliehens der Zeit oder aber um die weltumspannende Strategie, die Zeit als Grundbedingung unseres Lebens zu messen, damit unser Leben Maß, Rhythmus und Ordnung hat und alle Abläufe universal verabredbar sind, das Miteinander ‚funktioniert‘. Katja Kottmann erfindet  Inszenierungen, in denen wir dem, was wir in unsrer Sozialisation gelernt und internalisiert haben, gegenübertreten können, indem sie das, was als verbindlich, real und richtig gilt, ausstellt oder konterkariert. Sie appelliert an unsern Verstand und die Sinne, an Reflexion und Assoziation gleichermaßen – und macht im Kleinen das, was ist, als arbiträre Konstruktion, veränderbare Konvention erkennbar.

Susanne Schulte, Laudatio GWK-Förderpreis Kunst 2013

Künstlerin

1982* Haltern am See geboren
Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Münster bei Daniele Buetti und Aernout Mik, Meisterschülerin

Jury

Dr. Julia Draganovic, LaRete Art Projects, Modena / New York
Susanne Kleine, Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, Bonn
Paula Mueller, GWK-Förderpreis 2009
Kristina Scepanski, Westfälischer Kunstverein, Münster
Vlado Velkov, Kunstverein Arnsberg/Berlin