Chapeau Classique 09.02.2020

Ensemble Voyage: Grand Tour
09.02.2020

Ensemble Voyage: Tabea Debus (Blockflöte) Theo Plath (Fagott) Johannes Lang (Cembalo)

Wer im 18. Jh. „etwas“ war und werden wollte, spielte ein Instrument und machte die Grand Tour, eine mehrmonatige Bildungsreise zu wichtigen Kulturstätten und Zentren der Gegenwartskunst Europas. Auch Joh. Friedrich Armand von Uffenbach (1687–1769), später Bürgermeister von Frankfurt a. M., begeisterter Amateurmusiker, Mäzen und Freund Telemanns, ging auf Große Reise durch England, Italien und Frankreich – um zuvorderst die berühmten Komponisten und Virtuosen seiner Zeit zu erleben. „Gegen das Ende spielte der Vivaldi“, schreibt er über ein Konzert in Venedig, „ein Accompagnement solo, admirabel, woran er zuletzt eine Fantasie anhing, die mich recht erschrecket, denn dergleichen ohnmöglich so jemals ist gespielt worden noch kann gespielet werden“.

Das Ensemble um Tabea Debus, die in Münster aufwuchs, heute in London lebt und unterrichtet, vielfach ausgezeichnet und international anerkannt ist, trifft in seiner „Grand Tour“ auf den Spuren Uffenbachs neben den Großen der Vergangenheit – Hotteterre, Pepusch, Vivaldi, Telemann, Händel – auch zeitgenössische Komponisten. So begegnet Theo Plath, einer der durch zahlreiche Preise ausgewiesen besten jungen Fagottisten, Vivaldis (vermeintlicher) Unspielbarkeit mit einem aberwitzigen Fagottsolo, das ihm höchste Musikalität und extreme technische Fähigkeiten abverlangt. In einem Auftragswerk des Ensembles an den jungen deutschen Komponisten Tamon Yashima kommt wie damals das Cembalo zum Einsatz, gespielt von Johannes Lang, Preisträger internationaler Wettbewerbe und Organist und Kantor an der Friedenskirche in Potsdam-Sanssouci. Yachimas „Tarantula“ ist eine Uraufführung. Der merkwürdige Tanz, so wusste Uffenberg, sollte nach einem Tarantelstich das Gift der Spinne austreiben. Mit Blick auf Telemanns gärtnerische Leidenschaft schrieb Chadburn ein Präludium für seine Solofantasie für Flöte Nr. 4, in der er Händels Versprechen vertont, seinem Kollegen „eine Kiste mit Blumen von entzückender Seltenheit“, „die feinsten Blumen ganz Englands“ zu schicken.

Programm: Grand Tour

Nach den Reisetagebüchern des Joh. Friedr. Armand von Uffenbach

Georg Philipp Telemann (1681–1767): Sonata A-Dur, TWV41:B3

Johann Christoph Pepusch (1667–1752): Triosonate e-Moll

Nach Georg Friedrich Händel (1685–1759): Senesino-Sonate nach Arien aus „Rodelinda“, „Flavio“ und „Ottono“, arr. Tabea Debus

Antonio Vivaldi (1687–1741): Sonate a due a-Moll für Altblockflöte, Fagott und b.c. (RV 86)

Heinz Holliger (*1939): Klaus-ur (2000/01)

Georg Friedrich Händel (1685–1759): Happy we, O Ruddier than the Cherry, aus „Acis und Galatea“

Leo Chadburn (*1978): Si la passion pour les plantes exotiques. (Auftragskomposition der Londoner City Music Foundation für Tabea Debus, 2017)

Georg Philipp Telemann: Fantasia per il Flauto senza Basso No. 4, TWV 40:5

Tamon Yashima: Tarantula für Blockflöte, Fagott und Cembalo (2019) (Auftragskomposition des Trios) Uraufführung

Jacques Hotteterre (1673–1763): Deuxième Suitte de Pieces a Deux Dessus op. 6 in G-Dur

Georg Philipp Telemann: Concerto F-Dur für Blockflöte, Fagott, Streicher und b.c., TWV 51:F1

 

Zeit und Ort

18:00 Uhr, Erbdrostenhof
Salzstraße 38, 48143 Münster

Karten

Einzelkarte 24 €, erm. 18 €
Ermäßigung: für GWK-Mitglieder, Schüler*innen, Studierende, Schwerbehinderte (50%), Arbeitsuchende, Sozialdienstleistende, Münster-Pass-Inhaber*innen (Ausweis)

Eventuelle Restkarten für Studierende und Schüler*innen zu 5 € (Ausweis), jeweils 10 Minuten vor Konzertbeginn an der Abendkasse.


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