Chapeau Classique 19.04.2020

Dmytro Omelchak (Gitarre): Cantabile
19.04.2020

Hochmusikalisch, gefühlvoll und durchdacht, technisch brillant und transparent sein Spiel; anspruchsvoll und emotional das Programm. Dmytro Omelchak, Preisträger der GWK und renommierter internationaler Wettbewerbe, bestätigt Segovias Dictum, dass das wohl intimste klassische Instrument „ein Orchester in zwei Händen“ sei.

Mit Sors 7. Fantasie, dem vielleicht bedeutendsten Gitarrenstück des 19. Jhs., hebt der Deutsch-Ukrainer an: ein beschwingtes Thema, geniale Modulationen von e-Moll nach C-Dur und zurück, Ausgelassenheit am Schluss in freier Rondoform. Piazzollas „Fünf Stücke“ präsentieren Tango Nuevo vom Feinsten. Die Lieder D’Angelos, in unvertraut lydischem Modus, von Jazz und indischer Musik beeinflusst, wirken wie ein Ausschnitt aus einer unendlichen Improvisation. Betörend die Harmonien und Klangfarben der Gitarre, die mit Scordatura gespielt wird: die zweite und sechste Saite der Gitarre sind um einen halben Ton tiefer gestimmt. Gesanglich Dowlands 7. Fantasie, die in die süße Melancholie der englischen Renaissance entführt. Liedhaft zunächst auch Ginasteras Sonate, die den populären canto de caja der Quechua-Indianer seiner argentinischen Heimat nachahmt, oder den Malambo, einen rasend schnellen Tanz der Gauchos in wechselnden Rhythmen, nah am Wahnsinn. Zwischen Ekstase und Schwermut mit Todessehnsucht oszilliert das melancholische Temperament. Hat Britten diesen Typus in seinem „Nocturnal“ portraitiert, dem Dowlands Lied „Come, Heavy Sleep“ zugrundeliegt, das im 17. Jh. so berühmt war wie „Yesterday“ der Beatles heute. Mitunter höllisch schwer sind die Variationen über Dowlands Song, die hin- und herreißen, bevor, unschuldig und überwältigend, am Schluss die Melodie von „Komm, tiefer Schlaf“ erklingt – „so sanft wie möglich“ zu spielen.

Programm: Cantabile

Fernando Sor (1778–1839): 7. Fantaisie et Variations Brillantes sur deux Airs Favoris connus, op. 30

Astor Piazzolla (1921–1992): Cinco Piezas para guitarra

Nuccio D’Angelo (1955*): Due Canzoni Lidie

John Dowland (1563–1626): Fantasia Nr.7

Alberto Ginastera (1916–1983): Sonata for guitar, op. 47

Benjamin Britten (1913–1976): Nocturnal after John Dowland, op. 70

Zeit und Ort

18:00 Uhr, Erbdrostenhof
Salzstraße 38, 48143 Münster

Karten

Einzelkarte 24 €, erm. 18 €
Ermäßigung: für GWK-Mitglieder, Schüler*innen, Studierende, Schwerbehinderte (50%), Arbeitsuchende, Sozialdienstleistende, Münster-Pass-Inhaber*innen (Ausweis)

Eventuelle Restkarten für Studierende und Schüler*innen zu 5 € (Ausweis), jeweils 10 Minuten vor Konzertbeginn an der Abendkasse.


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