Beat Club Bliss 18.10.2019

Dmytro Omelchak (Gitarre): Kurzgeschichte
18.10.2019

Gefühlvoll und durchdacht, technisch brillant und transparent ist das Spiel Dmytro Omelchaks, der seine „Kurzgeschichte“ der Musik für Gitarre mit Bachs Solosonate für Violine in g-Moll beginnt. In Bearbeitung ist sie Standardrepertoire der Gitarristen; Bach selbst hatte die Fuge für Laute bearbeitet und seine Solosonaten und -partiten auf Cembalo gespielt. „Ehrlich gesagt, vermeide ich, die Stücke von Bach zu spielen, besonders in Deutschland“, bekennt Omelchak augenzwinkernd. „Denn hier weiß fast jeder, wie Bach klingen muss. Aber ich konnte der Versuchung, Adagio und Fuge zu spielen, nicht widerstehen. Diese Balance von Gedankentiefe und Leichtigkeit! Das Motiv der Fuge ist einfach genial: kinderleicht und einprägsam. Wenn du es einmal gehört hast, bleibt es für immer bei dir.“ Sors Fantasie über zwei französische Kinderlieder macht aus zwei Motiven zu je acht Takten kunstvolle U-Musik für den großbürgerlichen Salon. Turina greift in seiner Fantasía die Sevillana, einen Flamencotanz seiner Heimat, auf. „Sevillana ist für mich das ganze Land in einem Stück: Tänze, Singen, Emotionen, Charaktere“, so Omelchak. Als „lyrisch, ausdrucksvoll, atemlos, wie ein Liebesgedicht“ beschreibt er den 3. Satz der Sonate Ginasteras, die u.a. den canto con caja der Quechua-Indianer seiner argentinischen Heimat und den Malambo erinnert, einen rasend schnellen Tanz der Gauchos in wechselnden Rhythmen, nah am Wahnsinn. Die Lieder D’Angelos, in unvertraut lydischem Modus, von Jazz und indischer Musik beeinflusst, wirken wie ein Ausschnitt aus einer unendlichen Improvisation: „Ein verzauberter Reisender entdeckt Charme und Faszination einer vergessenen, urzeitlichen Welt“ (D’Angelo).

Dmytro Omelchak studierte in der Ukraine, bevor er zu Reinbert Evers an die Musikhochschule Münster, dann zu Tomasz Zawierucha an die Folkwang Universität nach Essen ging. Er ist Preisträger der GWK und renommierter internationaler Wettbewerbe – u.a. in Tallin, Kiew, Madrid, Essen, Petrer (E), London, Enschede, Nordhorn, Bangkok, Augsburg – und gastiert in Europa und Asien.

Programm: Kurzgeschichte

Joh. Seb. Bach (1685–1750): Adagio und Fuga aus: Sonate Nr. 1 g-Moll, BWV 1001

Fernando Sor (1778–1839): Fantasie Nr. 7 op. 30

Joaquin Turina (1882–1949): Sevillana. Fantasía op. 29

Alberto Ginastera (1916–1983): Sonata for guitar, Op. 47

Nuccio D’Angelo (1995*): Due Canzoni Lidie

Zeit und Ort

20:30 Uhr, Beat Club Greven
Keller der Gaststätte „Goldener Stern“
Martinistr. 2 48268 Greven

Hinweis: Der historische Gewölbekeller ist nur über eine Treppe erreichbar und somit leider nicht barrierefrei.

Karten

Einzelkarte 15 €, erm. 11 €
Ermäßigung: für GWK-Mitglieder, Beat Club-Mitglieder, Schüler*innen, Studierende, Schwerbehinderte (50%), Arbeitsuchende, Sozialdienstleistende, Münster-Pass-Inhaber*innen (Ausweis)


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Beat Club Greven
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